Karakorum 2003

Von Hushe über Sakrdu und Islamabad nach München

Montag, 8.8.2003
Hushe - Skardu

Unsere Abfahrt aus Hushe war nat"urlich ein Volksfest. Es standen bestimmt vierzig Leute um unseren Jeep herum, der uns wieder nach Skardu bringen sollte.

Es dauerte auch ein bisschen bis Zahid seine ganzen Bekannten und Freunde verabschiedet hatte. Auf holprigem Feldweg ging es dann in Richtung Skardu. Nach einiger Zeit mußten wir den Jeep wechseln, da ein Bergrutsch den Weg versperrte. Der andere Jeep stand auf der anderen Seite des Bergrutsches - aber das ist man ja von gewissen Münchner Verkehrsbetrieben ;-) . Auf halben Weg stieß dann noch Malik zu uns, der uns entgegengekommen war und ich konnte noch scnell die erste warme Dusche nach drei Wochen in seinem Hotelzimmer genießen! Wohlbehalten kamen wir dann in Skardu auf dem Camping Resort von Adventure Travel an.

Dienstag, 9.9.2003
Ruhetag in Kachura

Heute gabs einen richtigen Ruhetag. Einfach liegenbleiben, essen, lesen und die geschundene Ausrüstung ein wenig auf Vordermann bringen - also mal richtig Urlaub!

Mittwoch, 10.9.2003
Weiterer Ruhetag in Kachura

Heute hielt ich das träge Leben schon nicht mehr aus - es zog mich nochmal in die Berge, um nochmal den Indus von oben zu sehen - Abschied von dieser großartigen Landschaft zu nehmen. Ich wandelte nochmal auf dem Wasserkanal hoch über dem Industal dahin und genoß den Ausblick.

Donnerstag, 11.9.2003
Skardu

Heute stand wieder das berühmte Glücksspiel Fliegerroulett auf dem Programm! Früh fuhren Malik und ich zum Flughafen. Der Flieger war schon in Sichtweite, als er plötzlich wieder drehte und zurück nach Islamabad zurückflog. Keiner konnte so richtig verstehen warum. So kam ich noch in den Genuß des K2 Motels, wo so ziemlich alle Expeditionen normalerweise absteigen. Nach dem Auschecken am Flughafen und dem Einchecken im Hotel, vertrieb ich mir noch die Zeit in Skardu - ging noch zum Friseur und Barbier und besuchte den örtlichen Polo- und Cricketground - die Nationalsportarten Pakistans.

Freitag, 12.9.2003
Rückfahrt nach Islamabad

Auch bei meiner letzten Chance nach Islamabad zu fliegen hatte ich kein Glück! Der Flug wurde wieder gecancelt und so mußte ich wieder den Bus nehmen - in der Hoffnung, daß kein Erdrutsch oder Ähnliches den Weg des Busses kreuzen wird, denn so allmählich wurde meine Zeit knapp! Ich verabschiedete mich von Malik, der nicht dazu geneigt war den Bus zu nehmen und trat meine Reise nach Islamabad an.

Samstag, 13.9.2003
Ankunft in Islamabad

Die Busreise verlief ohne Probleme. Kurz vor Rawalpindi fing es nochmal zu regnen an, so daß die Reise wegen den Powersklickreifen des Busses die Geschwindigkeit auf 30km/h reduziert wurde. Ich war froh, daß ich so einen besonnenen Busfahrer hatte, wenn ich mir so die umgekippten Lastwagen recht und links anschaute ...! Der restliche Tag verlief noch mit Souveniers kaufen, Gepäck packen und noch ein paar Stunden schlafen.

Sonntag, 14.9.2003
Rückflug

Mein Flug ging um 4 Uhr in der Nacht. Nach den üblichen Querelen mit Übergepäck, Fahrrad verpacken und Einchecken bestieg ich dann mit einem weinenden und einem lachenden Auge den Flieger nach Dubai. Nochmal zog die ganze Reise an meinem inneren Auge vorbei, als der Flieger in Richtung Heimat startete - von der Idee der Reise mit den vielen ungläubigen Gesichtern daheim, den Vorbereitungen bis zum Start am zweiten August, die Unterstützung durch meine Eltern, durch mein Fahrradgeschäft Radsport Tschänger in Eichenau, die atemberaubenden Lanschaften, die ich in den letzten Wochen sehen durfte und natürlich die vielen tollen Leute in Pakistan. Wieder einmal hat sich die Tatsache bestätigt, daß viele Sachen heißer gekocht werden, als sie gegessen werden! In Pakistan - in der deutschen Presse als Fastterroristenstaat verschrien - lebten ganz normale Menschen und es gibt dort Landschaften, die einem Menschen, der etwas für Berglandschaften übrig hat, die Sprache verschlägt. So schließt sich der Kreis und wir sind wieder bei dem Zitat von Günther Oskar Dyhrenfurth angekommen: Der Mount Everest ... . In München wurde ich dann von einem netten Begrüßungskommando empfangen und in den nächsten Burger King gezerrt ... .



© Wolfgang Dressel 2003