Karakorum 2003

Von Islamabad nach Askole

Dienstag, 19.8.2003
Erhalt des Trekking Permits

Die Busfahrt war wieder gewohnt anstrengend und fix und fertig erreiche ich am späten Morgen Islamabad, wo ich wieder im Ambassador Hotel absteige. Malik eröffnet mir, daß ich zusammen mit Sahid am Nachmittag einen Termin beim zuständigen Beamten habe. Am Nachmittag darf ich dann die heiligen Hallen des Ministeriums betreten, wo schon Kammerlander, die Huberbuam oder Messner ihrem Permit entgegengefiebert haben.

Die Prozedur ist dann aber kurz und schmerzlos und nach 10 Minuten haben wird das Zimmer des Beamten wieder verlassen.

Mittwoch, 20.8.2003
Fahrt Richtung Kaschmir

Um der Busfahrt nach Skardu zu entgehen gibt es für die Leute die etwas mehr investieren (50 Dollars) noch die Möglichkeit mit dem Flugzeug Skardu zu erreichen. Genau dies hatte ich dann auch vor und so hatten Malik, Sahid und ich uns tags zuvor jeder ein Flugticket besorgt. Doch leider fiehl der Flug wegen schlechtem Wetter aus. Zum Glück stand dies bereits am frühen Morgen fest, so daß ich schön ausschlafen konnte. Zusammen mit Malik fuhren wir nochmal in die Hügel rund um Islamabad in Richtung Kaschmir. So wurde dieser Tag dann noch sehr gelungen.

Donnerstag, 21.8.2003
Taxila

Heute war bereits das Gepäck eingecheckt und wir bereits im Warteraum des Flughafens, als der Flug nach Skardu gecancelt wurde. Tja - Gepäck wieder auschecken und ab zurück ins Hotel! Was sollte ich mit dem Tag anfangen? Ein schöner Tagesausflug ist eine Besichtigung der Ruinen von Taxila im Westen von Rawalpindi und Islamabad. So machte ich mich also auf den Weg nach Rawalpindi. Dort angekommen suchte ich vergebens die Busse nach Taxila. Etwas planlos irrte ich in Rawalpindi umher - das so gar nichts mit wohlgeortneten Islamabad gemeinsam hat! Die Hitze und meine Planlosigkeit ließen mich dann ein Taxi nehmen, das zwar etwas teurer war als der Bus, dafür aber schnell ans Ziel führte. Taxila besteht aus mehreren Ausgrabungenstätten.

Unteranderem einer budhistischen Universität, Grundmauern aus dem zweiten Jahrhundert vor Christus und andere kleinerer Ausgrabungen. In einem Museum sind die wichtigsten Funde ausgestellt. Sehr interessant waren auch die Unmengen an Hanf, die hier rechts und links des Weges wuchsen. Die Fahrt mit dem Bus zurück nach Islamabad war abenteuerlich. Zweimal umsteigen, wobei das letzte Umsteigen dann auf ein Taxi war, da ich keine Ahnung hatte, welcher von den hunderttausend Bussen wo hin fuhr.

Freitag, 22.8.2003
Abfahrt nach Skardu

Und wieder wurde der Flug gecancelt - ich hatte die Nase voll! Zusammen mit zwei pakistanischen Bauingenieuren, die das cancel-Spiel schon eine Woche spielten, bestieg ich dann den Rüttelschüttelbus nach Skardu.

Samstag, 23.8.2003
Ankunft in Skardu

Nach einer schlaflosen Nacht gings wieder vorbei am Nanga Parbat und den Indus lang nach Skardu - die Hauptstadt von Baltistan. Dauer der Fahrt 23 Stunden - ich war am Ende! Abgeholt wurde ich von Golam dem Koch der Trekkingagentur, der mich zum wunderschönen Camping Resort von Adventure Travel brachte, das etwas außerhalb von Skardu liegt.

Den Nachmittag verbrachte ich ersteinmal mit Schlafen.

Sonntag, 24.8.2003
Ruhetag in Kachura

Laut Malik's ausgearbeitetem Programm stand heute ein Ruhetag zur Akklimatisierung (1800m!) an. Na gut, da kann man entspannt einen kleinen Berg besteigen und die wunderbare Aussicht auf den Indus geniessen hab ich mir gedacht. Durch Geröll und bei großer Wärme gings dann auf einen kleinen Berg hinter dem Haus, von dem man einen schönen Blick auf das weite Indusbett bei Skardu hatte.

Auf dem Rückweg wanderte ich auf einem Wasserkanal entlang, der auf halber Höhe den Berghang entlangführte und anscheinend zur Wasserversorgung von Skardu diente. Zurück im Camping Resort werde ich durch Malik begrüßt, der heute entspannt das Flugzeug genommen hatte - der Glückspilz!

Montag, 25.8.2003
Fahrt nach Askole

Heute endlich sollte es losgehen. Früh am morgen fahren Malik, Sahid der Guide Golam der Koch und ich in einem Jeep nach Skardu, wo dann die Träger zu uns stoßen sollen. Als alles einschließlich der acht(!) Träger auf dem Jeep verstaut ist, kann es losgehen in Richtung Askole - dem Tor zum Herzen des Karakorums. Etwas ungewohnt ist die Vorstellung für mich - der gewohnt ist immer komplett unabhängig zu wandern - im Moment schon noch, in den nächsten zwei Wochen von acht Trägern plus Koch und Guide umgeben zu sein! Aber ich werde mich schon daran gewöhnen denk ich mir. Die acht Träger sind übrigens nicht dazu da mich und mein Gepäck zu tragen, sondern ausschließlich für den Transport der Nahrungsmittel und Küchenutensilien. Mein Gepäck mußte ich schon selber tragen! Das waren mit Zelt, Schlafsack, Daunenjacke und so auch stolze 26kg.

Gegen Abend erreichen wir dann nach einer sehr rüttligen Fahrt Askole. Hit des Tages war der Verlust meines geliebten Hutes, den ich bei einem Fotostop auf der Motorhaube vergaß und die Belichtung eines Filmes, den ich vergessen hatte bei meiner guten Leica R4, wo das noch per Hand geht, zurückzuspulen.



© Wolfgang Dressel 2003