Bergsteigen wie die Vorbilder (24.03.2003)
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Das ist der Woife. Der Woife geht gerne in die Berge und hat da auch seine Vorbilder. Seine Vorbilder schreiben Bücher, wie toll sie in den Bergen Heldentaten vollbringen. Bei ihren Heldentaten trinken sie immer jede Menge Alkohol, weil man das so macht als großer Bergsteiger. Klingt komisch, is aber so.
Der Woife will mit seinen Spezln auf den Hochwannig (2493m) durch das Nordostcouloir. Eine Skitour für Fortgeschrittene und Könner titelt der Tourenführer. Der Woife wählt aus der Hausbar deshalb den optimalen Mix aus Wein, Bier und Sekt und stimmt sich schon am Vorabend entsprechend auf die Tour ein.
Dann ist es Morgen und der Woife schläft. Dass er jetzt nicht am Treffpunkt steht, schiebt er auf den Wecker. Macht nix, denn der Woife kann in 10 Minuten von Null auf Hundert starten und ist schneller fertig als ein Skiträger auf dem Dach. Dafür hat sich der Woife in den 10 Minuten auch noch was ausgedacht. Es ist ja recht fad, wenn man mit seinem Restalkohol so alleine ist. Deshalb sättigt er mit seinem Atem konsequent die Luft im Auto mit einem geistreichen Aroma, um den anderen Fahrgästen auch das Flair vom großen Bergsteigen zu geben.
Das ist die Aufstiegsspur. Hier beginnt die Tour und der Woife muss seinen riesigen Kopf jetzt dummerweise nach oben tragen. Dummerweise auch noch auf Skiern, denn die mag er nicht so gerne wie seine Bergstiefel. Aber er geht dann halt mit den Skiern wie mit den Bergstiefel und dann passt die Sache wieder.
Das da ganz hinten ist wieder der Woife mit seiner Power-Lunge. Diese Lunge befähigt ihn zu krasser konditioneller Höchstleistung. Leider ist sie heute vom Alkohol ausgebremst. Das macht aber nix, denn jetzt muss er nicht allen davon ziehen. Klingt komisch, is aber so.
Das ist das 42 Grad steile Couloir, das zum Gipfel des Hochwannig führt. Das kann man mit Skiern rauf gehen. Muss man aber nicht. Der Woife hat Steigeisen dabei und da kann er dann Bergsteigen wie im Sommer und da tut dann auch der Kopf nur noch halb so weh. Oder sind die Knie halb so weich ?
Das ist der Jürgen. Der Jürgen ist genau so ein krasser Outdoorfreak wie der Woife. Nur hat der Jürgen auch noch ne gute Technik beim Skibergsteigen. Der Jürgen hat auch noch die gute Idee, dass die Harscheisen besser am Ski angebracht sind, als dumm im Rucksack zu liegen. Klingt komisch, is aber so. So zeigt der Jürgen allen, wie man ohne Eiertanz die 42 Grad rauf steigt.
Das ist ein Gipfelkreuz. Das steht auf dem Hochwannig und da steht es gut. Von hier sieht mal super auf viele andere tolle Berge. Der Wind ist hier auch gerade nicht zu Gast und so kann der Woife, der Jürgen und auch der Meckes und der Hias gemütlich in der Sonne chillen. Am besten gefällt das Chillen natürlich dem Meckes. Denn das ist festes Ritual in seinem Leben.
Das ist der Hias. Der Hias kann nicht ruhig sitzen und muss deshalb dauernd rumfipseln. Ausserdem hat er ein wenig Nachholbedarf bei der Abfahrtstechnik und ist deshalb nicht wirklich entspannt. Denn da ist ja noch die steile Rinne und die muss er nachher runterfahren.
Das ist ein Knoten. Der Knoten ist in Hias' Beinen und hindert ihn daran, weiter ins Tal zu fahren. Der Hias hat sich nämlich dumm im Wald in den Schnee gesetzt und hat dabei ungewollt die Ski abgeschnallt, die sich um einen Baum gewickelt haben. Klingt komisch, schaut auch so aus. Da kommt dann auch schon der Meckes. Der ist nämlich der Skikönig und befreit den Hias mit seinem Knoten. (Zum Glück ist dieses Schauspiel nicht fotografisch dokumentiert)

Das ist der Hochwannig von Biberwier, denn jetzt ist die Skitour vorbei. Das ist auch gut so, denn alle sind gut bedient. Alle freuen sich, denn dazu haben sie auch Grund. Der Jürgen kann die dritte Skitour der Woche abhaken. Der Meckes kann sich bunte Adjektive für die Erzählungen daheim zurecht legen, der Hias schon mal die Höhenmeterstatistik parat legen und die Aufstiegsgeschwindigkeit checken. Tja, und der Woife kann jetzt endlich ein Buch übers Bergsteigen schreiben. Den Promilletest dafür hat er bestanden.

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Matthias Marke - 2003