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Mit dem Auto ging es am Donnerstag Abend die 15km lange Mautstraße in Richtung Zillergrund bis zum Parkplatz
nahe dem Gasthof Bärenbad (1450m). Eigentlich war ja wie so oft mal wieder gutes Wetter angesagt, aber die
schwarzen Wolken am Himmel verhießen nichts wirklich Gutes. Also machten wir uns in vollem Regen-Outfit
auf den Weg und schon nach wenigen Metern goss es in Strömen. Bald hatten wir die Staumauer des Zillergrund
Stausees erreicht, wo es durch einen langen Tunnel weiterging. Eine wahre Glanzleistung für die Herren
Elektroingenieure war es, in diesem besagten Tunnel nicht auf die Idee zu kommen, dass es ja einen
Lichtschalter geben könnte. So war es bald stockdunkel um uns herum, die Stirnlampen zu tief im Gepäck
und wir tasteten uns stolpernd zum Ausgang. Weiter ging es durch den prasselnden Regen hinauf über den
neuen Panoramaweg zur Plauener Hütte (2364m). Leider hatte die Hütte keinen funktionierenden Trockenraum
und in der nicht wirklich warmen Gaststube, hofften wir auch nicht darauf, dass unser Gepäck und unsere
Kleidung trocken wurde. Wenigsten bekamen wir noch einen Kaiserschmarrn serviert, bevor um Punkt 21h ohne
Vorwarnung der Generator und damit das Licht ausgeschaltet wurde. So tasteten wir uns für den Rest des
Abends mit der Stirnlampe durch.
Der Gletscheranstieg zur Reichenspitze
Am Freitag morgen brachen wir gegen 7h auf in Richtung Reichenspitze. Der Weg war gut markiert und die
Linie über den Gletscher auch sehr leicht zu finden. Heikel wurde es in der Blankeisstelle am ersten Eisbruch
hauptsächlich, weil mein Riemen-Steigeisen (die Rahmeneinsen wollte ich schonen) sich als nicht kompatibel
mit meinem Salomon „steigeisenfesten“ Schuh erwies. Wie ein „steigeisenfester“ Schuh eine so weiche Schicht
im Bereich der Fersensohle haben kann, dass sich das Steigeisen hinten so weit reindrücken kann, dass vorne
1cm Luft entsteht und sich das Steigeisen vom Schuh lösen kann, ist mir unbegreiflich. Für mich aber nur
ein weiterer Grund nie wieder einen Salomon-Schuh zu kaufen, mit dem ich grundsätzlich schon nicht zufrieden bin.
Kurz vor dem Gipfel
Jedenfalls erreichten wir nach entspanntem kurzen Aufstieg bald den Gipfel der Reichenspitze (3303m).
Auf der Reichenspitze
Wir konnten den tollen Gipfelblick aber nur kurz genießen, weil wir uns jetzt unweigerlich entscheiden
mussten, wo es noch weiter hin gehen sollte.
Der Gabler von der Reichenspitze
Je nach Wetter und Verhältnissen wollten wir entweder die
Überschreitung zum Gabler (3263m) oder die Wildgerlosspitze noch machen. Wir entschieden uns für ersteres
und kletterten durch die Reichenspitzen-Ostwand (III) hinab in die Scharte zum Gabler. Der direkte
Aufstieg über den Südwestgrat sah uns dann doch etwas garch aus und so sind wir dann zum Südostgrat traversiert
und auf diesem hoch (II-III) zum nicht gerade breiten Gipfel.
Die Ostwand der Reichenspitze
Auf dem schmalen Gabler-Gipfel
Der Abstieg erfolgte über die „Glatze“ hinab Richtung Zittauer Hütte, dann aber rechtshaltend über ein
Steileisstück (ca. 35 Grad) und Blockwerk in die Roßkarscharte (2689m) und mit kleinem Gegenanstieg hinab
zur Richterhütte.
Die Richterhütte (2367m) hatte einen super Trockenraum und war auch sonst sehr schön und urig. Wir chillten
auf der Terasse mit Blick auf das Tagwerk und gingen schön früh ins Bett.
Am Samstag morgen ging es wieder zeitig los. Hinauf zur Gamsscharte (2986m), schnell noch auf den unwesentlich
höheren Gipfel der Richterspitze (3054m) und dann in Richtung Plauener Hütte.
Beim Aufstieg zur Gamsscharte
Die Gamsscharte
Erschreckend war noch mal der
schlechte Zustand des Klettersteigs zwischen Gamsscharte und Plauener Hütte. Im AV Führer stand nur Steig
und als wir uns dann in einem Bachbett wiederfanden, in dem man sich an teils zerfransten Stahlseilen und
verbogenen Stahlstiften und –bügeln über nassem senkrechten Fels hangeln musste, stand das in keinem Verhältnis
zur Beschreibung. Das folgende Schneefeld das im Führer warnend erwähnt wurde war da eher das kleinere Übel.
Nachdem sich der Woife dann auf der Plauener Hütte noch mit einem Weißbier gestärkt hatte ging es final
hinunter zum Auto. Ein lustiger Geselle namens Uli aus Plaunen, der die UV-Anlage der Hütte wartet, wurde
noch unser Mitfahrer bis München.
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