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Seit Mittwoch hatte sich der Wetterbericht mal wieder überschlagen vor Lobpreisungen über das galaktisch gute Wetter,
das uns am Wochenendce bevorstünde. Auch der AV Wetterbericht versprach "schönes Bergwetter". Leider gibt es ein Gesetz,
das den Superrechnern der Methereologen nicht bekannt ist: Wenn Woife und Hias ins Karwendel zum Biwakieren fahren wollen,
dann regnet es. Tja und so verließen wir München bei Sonne und erreichten Mittenwald im Nieselregen.
Mit dem Radl ins Hinterautal
Mit dem Radl (und einer Trostration Augustiner Hell) ging es dann nach Scharnitz und weiter ins Hinterautal. Im Moserkar bastelten wir
uns einen Unterstand, um dem drohenden nächtlichen Regen etwas entgegensetzen zu können.
Biwak im Moserkar
Der Regen blieb die Nacht über aber zum Glück aus
und so wurden wir dann erst am nächsten Morgen beim Aufstieg durch das berühmt berüchtige Latschenlabyrinth hinauf auf den Grat zum
Großen Heissenkopf naß. Denn hier hingen die Wolken fest und was der Nieselregen nicht durchnäßte, das durchweichte der Schweiß.
Die Bergrennerfraktion war nämlich mal wieder vorstellig. ;-)
Über den breiten Gratrücken ging es entspannt hinauf zum Großen Heissenkopf (2437m). Selbiger war kein sehr spektakulärer Gipfel, zu erkennen nur daran,
dass es dannach wieder eine Stufe bergab ging. Diese Stufe dafür saftig durch bröseligsten Karwendelfels. Nachdem der Woife diesen
heiklen Abbruch schon mal bei seinem Erstversuch vor 2 Jahren hinabgezittert war, entschlossen wir uns im leichteren Gelände (I) den Absatz in der Westflanke zu umgehen.
Aber auch hier kam ganz schnell die Gewissheit auf, dass man mal wieder im schrofigen Karwendel klettert.
Nach dem Ausstieg aus der Schneerinne
Da die Sicht nur wenige Meter weit war, kam uns der nun folgende leichte Spaziergang auf dem Grat gen Norden endlos vor. Wir
fragten uns schon, ob wir auf dem richtigen Weg waren, denn von Schwierigkeiten die nächste halbe bis dreiviertel Stunde keine Spur.
Schließlich kamen sie dann aber doch noch, die heikleren Passagen. Nach den Sägezähnen ging es zunächst ein paar Meter auf
schmalem Grat bergab. Nicht schwer, aber relativ ausgesetzt. In der folgenden kleinen Scharte vor einem größeren Aufschwung
dachten wir zunächst schon (wegen der schlechten
Sicht) vor dem schwierigen Gratturm zu stehen, den man ja gut umgehen kann. Der Woife tastete sich also in die Westflanke vor, was schnell im
Nirvana endete und ein mühevolles balancieren zurück auf den Grat kostete. Also weiter auf dem Grat (der Aufschwung war eigentlich sehr einfach).
Es folgte Ier Gelände bis es nach ein paar Metern wieder hinab in eine Scharte ging. Diesen Abbruch konnte man sehr schön durch 10m
Abstieg in die Ostflanke umgehen.
Da wir nun vor dem viel in de.rec.alpinismus beschriebenen Gratturm standen, hiess es jetzt nach Umgehungsmöglichkeiten suchen.
Da bot sich dann eine schöne Schneerinne gen Westen an, die wir ca. 30m abstiegen und die nächste Rinne wieder hochturnten.
Die Rinne war vielleicht maximal 45° steil und mit Steigeisen und Pickel bewaffnet sehr schön zu begehen. Man hätte auch gar nicht so weit
absteigen müssen, aber im Schnee ging es deutlich entspannter als im Schutt. Von der Rinne, die wir hochgestapft sind, konnte
man kurz vorm Grat nördlich aussteigen und dann wieder in erstaunlich kompaktem Fels (für Karwendelverhältnisse) in einem Karmin (II-III)
hinauf auf den Grat. Von dort dann hinauf zum Gipfel in leichtem Fels (I-II). Gebraucht haben wir vom Moserkar bis zum Gipfel mit kurzen
Pausen ca. 4 Stunden.
Auf dem Gipfel in den Wolken
Das Gipfelbuch verriet dann die Exklusivität des Gipfels. 2004 hatten sich gerade mal 34 Bergsteiger eingetragen. Dieses Jahr waren wir zumindest
nach dem Buch die zweiten. Sicht hatten wir leider keine, aber wir hatten uns trotz Niesel und nassem Fels durchgebissen und das machte schon stolz.
Für den Abstieg stiegen wir auf vielfache Empfehlung durch das Schneerinnensystem der Westwand hinab ins Birkkar.
Die Westflanke im Abstieg durch das Schneerinnensystem
Das funktionierte sehr gut und ersparte das Zurückturnen auf dem Grat. So erreichten wir den Weg von der Birkkarspitze
hinab ins Tal und wanderten zurück zu den Fahrrädern.
Kaltwasserkarspitze vom Birkkar
Die Abfahrt mit dem Radl zurück nach Scharnitz war dann natürlich deutlich entspannter als laufen :-)
Das schöne Hinterautal
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