Auf Abwegen zum Juifen (01.03.2003)
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Die erste Skitour der Saison - Es schlanke Aktion muss her. Auf den Juifen soll es gehen. Knapp 1100 Hm das klingt nicht nach Überanstrengung. So fuhren wir nach Achenkirch und konnten bei einem geschäftstüchtigen älteren Anwohner für 1,50 Euro das Auto in seinem Vorgarten parken.
Der Schnee war zum Aufsteigen super und so verfielen der Woife und ich schnell alt eingesessenem Aufstiegstempo. Wie die Perlen auf die Schnur auffädelnd überholten wir einen Tourengeher nach dem anderen. Nach nicht all zu langer Zeit standen wir unter dem Gipfelaufbau - aber war das wirklich der Juifen ?

Der Blick ins Büchlein und die kurze Nachfrage bestättigten unsere Zweifel. Das war die Hochplatte. Wir wollten uns schon einreden, dass das ja auch ein netter Gipfel sei und die Sicht auf den Guffert und das ganze Karwendel auf der anderen Seite war ja auch legendär.

Tja, aber da spukte dann der kleine Satz dieser netten Dame im Ohr, die uns gezeigt hatte wo der Juifen denn nun wirklich lag: "... also in Eurem Alter müsst ihr schon noch rüber auf den Juifen ..." Wir waren irgendwie unter Zugzwang.
Es war nicht so richtig verlockend, das entspannte Sitzen in der Sonne auf dem tollen Aussichtsgipfel gegen 400 Hm abfahren und dann nochmal gut 500Hm aufsteigen einzutauschen. So dokterten wir noch ein bisschen an einer Abkürzung über den Westgrat herum, aber entschlossen uns schließlich für den konventionellen Weg.

Der rentierte sich aber auch. Denn die tollen Blicke kombiniert mit dem nicht allzu schwierigen Aufstieg unterstrichen den Genuss der Tour. So waren wir dank sportlichem Tempo zum Mittagessen auf dem zweiten Gipfel des Tages und hatten 1500 Hm Aufstieg in den Beinen. Nicht schlecht für die erste Skiaktion des Jahres.

Die Abfahrt machte auch mehr Spaß als erwartet. Kein Powder aber schöner einfach zu fahrender kompakter Schnee ließen uns sicher ins Tal gleiten.


Matthias Marke - 2003