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Start an der 5. Kehre
Am Freitag Mittag machten wir uns auf den Weg ins Pfitschertal und quälten Impi's Auto
die holprige Pfitscherjochstrasse hinauf, die die "Bavaria Edition" einige Male mit dem Bodenblech
tangierte (ach ja falls jemand Auspuffteile findet ;-).
Zustieg zum Biwak
Wir fuhren bis zur fünften Kehre, und
da wir dort noch alleine parkten, stiegen wir noch zur Günther-Messner-Biwakschachtel auf.
Diese teilten wir uns noch mit zwei Hochferner-Aspiranten und waren somit am nächsten
Tag die einzigen, die sich vom Biwak in Richtung Hochfeiler aufmachten.
Günther-Messner-Biwak
Eine allgemein interessante Frage schien es zu sein, welche Scharte man am besten wählt, um auf den
Rotkees zu gelangen. Im Hüttenbuch wurde empfohlen, auf jeden Fall die "rechte" (?) Scharte zu nehmen.
Wir entschieden uns trotzdem für die Griesscharte und es war mit Sicherheit der einfachste Weg.
Richtig entspannt war das Erreichen der Scharte dennoch nicht. Wir hatten die Harscheisen im
Auto gelassen und mußten ganz schön arbeiten, um die eisige steile Rinne zu Griesscharte zu erklimmen.
Die mühsam erarbeiteten Höhenmeter ging es dann aber gleich wieder hinunter, diesmal lieber mit
Ski auf dem Rücken und Steigeisen an den Füßen. Nach 100 Hm Absteig schnallten wir die Ski wieder an und
visierten den Felsriegel an, der den Rotkees vom Schlegeiskees trennt. Er war die nächste große Hürde
auf dem Weg zur Wand. Nach Süden hin stark überwächtet schien er unpassierbar und es dauerte bis wir
einen Weg fanden, am obersten Ende den Abbruch zu traversieren. Auch hier hieß es erstmal wieder
Ski an den Rucksack und "Spikes" für die Schuhe anlegen.
Der Bergschrund
Der Gletscherbruch am Fuße der Wand ließ sich über eine breite Brücke gut passieren und so kamen
wir nach vier mühsamen Stunden des Zustiegs am Wandfuß an. Wir hatten viel Zeit in die Wegsuche und
in das Wechseln von Ski auf Steigeisen und umgekehrt investieren müssen.
Blick zurück auf den Wandzustieg
Im Bereich des Bergschrunds versanken wir erstmal richtig im Pulver bis wir langsam auf
tragfähigeren Schnee stießen. Die größte objektive Gefahr war die riesige Wächte des Hochfeiler Ostgrates
und so wählten wir eine Route am linken Rand des rechten Wandteils.
Überquerung des Bergschrunds
Im unteren Teil gingen wir seilfrei,
sicherten aber als wir in die Falllinie der Wächte kamen bis zum Ausstieg. Die Wand wurde zur
Konditionsprobe. Spuren war Schwerstarbeit und so wurde die Seilschaft, die gerade Spurarbeit leistete,
immer wieder von der anderen Seilschaft eingeholt und so kann man wirklich sagen, dass wir in
perfektem Teamwork eine 1A Trasse in die Wand gestapft haben.
Impi beim Sichern
Das bestätigten uns dann acuh noch zwei
andere Begeher der Nordwand, die direkt von Auto gestartet waren und in unserer Spur mühelos zu uns aufschlossen.
Obwohl sie bestimmt den entspannteren Tag hatten, fand ich es wesentlich interessanter selber den Zustieg
und die Wandroute zu gestalten und nicht nur den Spuren der anderen zu folgen.
Blick nach Osten
Der mühsame Aufstieg
Vier Stunden benötigten wir durch die Wand und erreichten schließloch den Ostgrat. Der sah wilder aus,
als er war, und mit kleiner Mixed-Klettereinlage erreichten wir schließlich den Gipfel.
Das Wetter war inzwischen gekippt. Nebel und Sturm begrüßten uns am Gipfelkreuz und so stiegen wir schnell
zur Scharte auf 3300m ab.
Am Gipfel im Nebel (Foto: Stephan Rankl)
Den Weg kannte ich ja bereits vom letzten Jahr.
Ab da fuhren wir mit den Skiern zum Weg der Hochfeilerhütte ab. Dann schulterten wir die Bretter
wieder. Gefährlich wurde es noch mal an den Lawinenkegeln, die den Weg zahlreich an exponierten Stellen
versperrten. An einer Querung eines solchen Kegels verlor der Impi den Halt und fuhr 10m talwärts. Die
Lektion "Bremsen im Schneefeld" hatte er gelernt, denn selbst mit Gepäck und Skiern am Rücken stoppte
er die Talfahrt wie im Lehrbuch. Es ist zum Glück nichts passiert.
Am Ende des Hochfeilerhüttenzustiegs, der 3. Kehre der Pfitscherjochstraße, opferten sich Impi und Woife
und stiegen die 300 Hm zur 5. kehre wieder auf, um das Auto zu holen. Dannach waren alle erstmal bedient.
Ein Fressgelage in einer Wirtschaft in Sterzing ließ uns erst wieder zu Kräften kommen.
Hochfeiler Nordwand vom Schlegeis-Stausee (Mai 2004)
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