Gletschertour im Berner Oberland (22.-26.8.2001)Finsteraarhorn (4274m)(Für Erklärungen den Mauszeiger auf die Bilder bewegen) |
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Schon vor einem knappen Jahr hatten wir beschlossen im August 2001 ein paar Tage in die Schweiz zum Bergsteigen zu fahren. Wir hatten diverse Tourenideen und entschlossen uns am Ende für eine Gletschertour mitten durchs Berner Oberland, über die längsten Gletscher und die abgelegensten Gebiete der Alpen. Die Krönung war die Besteigung des Daches der Berner Alpen, des Finsteraarhorns, das mit seiner wuchtigen Gestalt alle anderen Berge der Region überragt. |
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Der Weg führte zunächst durch den Wald und je mehr wir an Höhe gewannen, je mehr zeigten sich die hohen Berge des Wallis und gaben uns einen Vorgeschmack auf das, was uns in den nächsten Tagen erwarten sollte. Die letzten 300 Hm durchs Skigebiet waren dann zwar nicht mehr so schön zu gehen, aber beim Blick auf Dom, Matterhorn, Weißhorn, ... tut es nicht wirklich weh, wenn der Weg über eine Schotterstraße in karger von den Skifahrern und den Liftgesellschaften zerstörter Natur (Ja das ist eine Kritik an der "Lift-Skifahr-Fraktion") führt.
An der Mittelstation haben Woife und ich dann den Rest unser 4-Mann-und-1-Frau-Bergcrew getroffen, nämlich Betty, Flo und natürlich unseren Sirdar (siehe Nepalbericht) Impi. Der Weg führte jetzt auf fast konstanter Höhe um einen Bergrücken zur Märjelenalpe. Dabei ging es durch einen 1 km langen Fußgängertunnel, was ein frostiges Vergnügen war (Wir waren ja dem Wetter entsprechend sommerlich bekleidet). Bald schon standen wir dann vor dem riesigen Strom des Aletschgletschers, der sich aper und mäßig zerklüftet präsentierte.
Wir machten Mittagspause und uns dann auf den 6 km langen Weg über den Gletscher zum Konkordiaplatz. Ein mühsames Unterfangen. Es machte den Schein, als käme man gar nicht vom Fleck. Im ständigen Zick-Zack mühten wir uns von Spalte zu Spalte und das Ziel wollte und wollte nicht näher kommen.
Kurz vor 17 Uhr gaben wir unser Tagesziel auf und wählten ein idyllisches Plätzchen ca. 1h Gehzeit vor dem Konkordiaplatz zum Nachtquartier. Wir stellten unsere Zelte auf (Unsere Eisschrauben erwiesen sich dabei als deutlich geeigneter zum Abspannen als die Häringe) und kochten mit dem Wasser der zahlreichen Gletscherbäche unser Abendessen.
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Dass Wetter war immer noch bombastisch. Jetzt konnte man beim Blick zurück erst richtig die Ausmaße des Konkordiaplatzes einsehen, dieser riesigen Gletscherfläche. Und der Blick nach vorne, der raubte uns den Atem. Vor uns stand es, das Finsteraarhorn. Wir wußten gar nicht, ob wir mehr Respekt vor dem langen Gletscheraufstieg oder dem ausgesetzten, steilen Gipfelgrat haben sollten. Und da sollte es morgen hinauf gehen - und woher soll die Kraft dafür kommen. Das Gepäck, mein Rucksack hatte anfangs (mit trockenem Zelt, trockenem Schlafsack, ohne Wasservorrat etc.) 21,5 kg, hinterlies schon seine Spuren in Waden und Oberschenkeln. Dabei war eine Ersatzunterwäsche, der einzige Luxus. Sonst war alles aufs nötigste optimiert.
Nach der Mittagspause stiegen wir dann zum Fuße des Finsteraarhorns ab und stellten die Zelte auf einem Schneefeld in ca. 3000m Höhe auf. Es gab hier einen schönen Wasserfall und so war auch ein bißchen Körperhygiene drin. Den Rest des Nachmittags ruhten wir uns aus. Kaum war die Sonne weg (ca. 19 Uhr), wurde es wieder richtig kalt und der Schlafsack rief ...
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Hinter uns glühten die Berge im Rot der aufgehenden Sonne. Wir kamen gut im hart gefrorenen Firn voran und so erreichten wir bald das nächster Felsband mit dem sogenannten Frühstücksplatz auf 3616m Höhe.
Die Luft war jetzt schon merklich dünner und unser Tempo verlangsamte sich deutlich auf dem zweiten Gletscherfeld. Kurz vor 9 Uhr kamen wir am Hugisattel (4088m) an. Der nun folgende Weg führte über den Nordwestgrat durch den felsigen Gipfelaufbau.
Zum Glückwar der Weg hier eisfrei und wir kamen im IIer Gelände gut und sicher voran. Die Blicke links und rechts in den Abgrund waren atemberaubend, aber konnten unseren Nerven nichts anhaben. Der Fels war meist fester Gneis, aber mitunter waren verlässlich wirkende Griffe auch lose Steine. Um 10 Uhr standen wir auf dem Gipfel. Und hier sagen die folgenden Bilder alles ...
OK, und dann sollte es wieder hinunter gehen. Bekanntlich klettert es sich leichter hoch als runter. Folglich zog es sich ganz schön hin bis wir wieder sicher auf dem Hugisattel standen und 4 von 5 von uns wie wohl viele vor uns ("Mienenfeld" !) erstmal ein Plätzchen für die Notdurft suchen mußten. Der Abstieg im nun weichen Gletscherfirn ging zügig, war aber deutlich gefährlicher als am Morgen, da die Schneebrücken über die Spalten jetzt sehr weich waren. So kam es, dass bei mir plötzlich unter einem Fuß der Boden weg war und mir nach kurzen Staunen ein trockenes "Spalte" über die Lippen kam. Ich konnte mich aber schnell wieder aus der misslichen Lage befreien und ohne Zwischenfall ging es weiter zum Zelt. Kopfweh und Erschöpfung beendeten für mich um 17 Uhr den Tag und die folgenden 11 Stunden im Schlafsack kamen nicht ungelegen... |
Das Couloir hinauf sah von unten steiler aus, als es ist (ca. 40 Grad), und war bei der Firnauflage gut zu passieren, auch wenn man hier mal wieder das Gewicht des vollen Rucksacks gespürt hat.
Weiter ging es mit leichtem Gegenanstieg zum Oberaarjoch (ca. 3200m) und dann hinab zum Oberaarsee. Beim Abstieg sahen wir leider viele Bergsteiger mit Seil im Rucksack statt am Gurt über den harmlos wirkenden aber spaltenreichen Gletscher laufen, obwohl die Sonne alle Schneebrücken aufgeweicht hatte. Woife's Kommentar dazu: "Die dummen habens Glück !" Der Weg am See entlang zum Ausflugs-Parkplatz zog sich dann noch mal nervend in die Länge und es tat keinem leid, um 14 Uhr dann endlich denn Rucksack zu letzten Mal abgestellt zu haben. Betty und Flo haben zum Glück schnell eine nette Frau gefunden, die sie mit nach Fiesch genommen hat. Der Rest musste 3 1/2 Stunden warten, bis die zwei uns mit der roten "Astra-Flotte" aufsammelten. Dann setzten wir uns ins Auto und ... (Forts. siehe Intro ganz oben) |