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| Nach einer durchwachten Nacht, die durch die Aufregung vor dem "Gipfelrun" und diverser Gedanken geprägt war, starten wir am nächsten Morgen gegen 10 Uhr Richtung Gipfel, bzw. erst einmal zur dritten Begehung des doch so vertrauten Schutthanges Richtung Nido de Condores, unserem 1. Hochlager. Der Hias war bereits um 5 Uhr aus dem Zelt gezappelt, um alleine seinem Abenteuer Nordchile entgegenzugehen. Die Trennung vom Hias und der inzwischen doch so bekannte Weg ins erste Hochlager, lassen diese Tagesetappe nicht gerade zum Highlight des Urlaubs werden, so daß ich mir bereits am ersten Tag ernstliche Gedanken mache, wie das in den nächsten Tagen mit solch einer Motivation weitergehen soll. Während man im Tal kleine Staubwölckhen eines wohl kräftig ausschreitenden Hiases erahnen kann, fallen unsere Schritte nicht ganz so beflügelt aus, so daß wir trotz guter Akklimatisierung wieder um die secheinhalb Stunden ins Nido de Condores brauchen. Für mich war klar: diese Etappe gibts nur noch einmal - und zwar runter! Nach einem leckeren Abendbrot aus der Travellunchküche und ein paar Litern Tee, bessert sich die Stimmung und die Motivation bei mir aber doch erheblich, so daß die erste Nacht zu dritt im Basislagerzelt gleich mit diversen Versuchen von Selbstaulöseraufnahmen im Zelt zu einiger Fröhlichkeit führt. ![]() ![]() | ||||
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Heute steht die Etappe ins 2. Hochlager (5780 m) - dem Campamento Berlin - an. Nachdem es die Sonne über den Aconcagua geschafft hat und für ein bißchen Wärme gesorgt hat, geht es nach einem gemütlichen Frühstück im Schlafsack los, um die 400 Höhnemeter ins nächste Lager anzugehen. ![]() Der Plan den Gipfel direkt vom ersten Hochlager anzugehen, wurde, nach einiger Diskussion am Vortag, damit endgültig begraben und nichtig. Der Aufstieg führt auf einem doch recht ausgetretenen Weg gemächlich bergan, so daß wir "bereits" nach drei Stunden das Camp Berlin erreichen. Hier ist die Zahl der Zelte bereits beträchtlich gesunken im Gegensatz zum Basislager oder dem Nido de Condores. ![]() Wir ergattern einen halbwegs guten, nicht "vermienten" Platz auf dem doch nicht so großen Areal. Der Nachmittag vergeht mit Schneeschmelzen für die Flüssigkeitszufuhr und dem Gedanken daran, bloß nicht das Atmen zu vergessen. ![]() Über Allem drohnt der Nordgipfel des Aconcaguas, der so nah aussieht, als könnte man noch schnell nach dem Abendbrot einen Blick auf den Gipfel werfen. Auch in diesem Lager werden wir mit einem herrlichen Sonnenuntergang belohnt, der einen wiedermal alle Widrigkeiten und Qualen vergessen läßt - das ewige Lied des Bergsteigens! ![]()
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Nach einer Nacht ohne Schlaf, klingelt der Wecker um 3 Uhr zum großen Gipfeltag. Nach einigem hin und her, war dies die festgelegte Weckzeit, um um 4 Uhr aus dem Zelt zu kommen. Starkes Dröhen von einem erst seit einer Stunde wehenden Windes bremst uns aber noch ein wenig in unserem Eifer, ob wir den großen Schritt in Richtung Gipfel wagen sollen. Nachdem ich mich aber um ein paar Gramm erleichtert habe und sich herausgestellt hat, daß der Wind doch nicht so bedrohlich bläßt, wie er sich anhört, entschließen wir uns aber dann doch dazu, heute unseren großen Versuch zu wagen. Nach dem Anlegen aller verfügbaren Kleidungsschichten, sah meine Rüstung dann folgendermaßen aus:
Die Handschuhe erwiesen sich später für meine zarten tastaturgewöhnten Fingerchen als zu dünn - hier muß beim nächsten mal eine andere Taktik zum Zuge kommen (z. B. die Mammut Fausthanschuhe Cavermitt, die aber zum Glück warm und trocken daheim im Schrank geblieben sind!). Auch die Zehen waren teilweise trotz der Schalenschuhe recht kühl. ![]() Einige Zeit später werden wir dann Zeuge des spektakulären Aconcagua Schattenwurfs am Horizont durch die aufgehende Sonne. Bei diesem Naturschauspiel war ich kurzzeitig nicht ganz so sicher, ob dies nicht auf die dünne Luft zurückzuführen ist und ob mir mein sauerstoffarmes Gehirn da nicht einen Streich spielen will. ![]() ![]() ![]() Ein paar Photos und ein wenig unsicheres Umherstolzieren auf den Steigeisen, sind dann die Beschäftigung in den nächsten 15-20 Minuten auf dem Gipfel. Die Sicht ist überwältigend! ![]() Der Abstieg gestaltete sich dann noch etwas problematisch, da ich auf der Stelle einschlafen könnte. Mit vielen Pausen und der Überwindung dem Schlaf nicht nachzugeben, erreiche ich dann aber wieder wohlbehalten und glücklich das 2. Hochlager, wo bereits die Entscheidung gefallen ist, daß wir den Weg ins Nido de Condores bei unserer Verfassung heute wohl nicht mehr in Angriff nehmen werden. | ||||
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| Eine äußerst stürmische Nacht machte unserem Zelt in der Nacht auf Sonntag schwer zu schaffen - aber es widerstand dem Wind fantastisch! Mit leichtem Herzen packen wir unser Gepäck zusammen und machen uns mit Zwischenstop im Nido de Condores auf den Weg ins Basislager. Die Rucksäcke sind ab dem 1. Hochlager wieder zum bersten voll mit diversen Erbschaften von unbekannten Nahrungsmitteln und dem Rest unserer Ausrüstung, die wir im Nido de Condores zurückgelassen hatten. Einigen Ärger bereitet uns dann allerdings noch die Unverschämtkeit einer (wohl geführten) Expedition, die unseren mit einer Plane, dick und breit makierten Lagerplatz, einfach in Beschlag genommen haben und damit deutlich gegen die guten Sitten im Basislager verstoßen haben. Durch diesen Umstand standen unsere Zelte nun einige Meter auseinander, was mich allerdings nicht daran hindert einen ausgiebigen Mittagsschlaf in unserem Basislagerzelt zu halten, daß ich nun für mich alleine bewohnen darf. ![]()
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| Heute heißt es Abschied nehmen vom Basislager. Nach einigem Rumgeräume und Gepacke, lassen wir das Basislager hinter uns und wandern mit schweren Rucksäcken wieder der Zivilisation entgegen. Das Wetter will gegen Nachmittag auch nicht mehr so richtig mitmachen, so daß wir recht froh sind nach langem Marsch wieder den Zeltplatz Confluencia zu erreichen. | ||||
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Das schlechte Wetter hatte sich über Nacht wieder in Wohlgefallen aufgelöst, so daß wir bei schönstem Wetter noch einen Abstecher in Richtung Südwand machen können. Vorbei am völlig mit Schutt bedeckten Gletscher Horcones, schiebt sich allmählich die gewaltige 3000 m hohe Südwand des Aconcaguas um einen Bergvorsprung hervor. Als wir die ganze Südwand einsehen können, suchen wir uns einen bequemen Stein und nehmen mit Bettinas Fernglas ein genaues Routenstudium vor. ![]() Nachdem wir diese gewaltige Wand genug auf uns haben wirken lassen, gehts wieder zurück zum Zelt und von da zum Parkausgang, wo wir von Mario abgeholt werden und - nein nicht am Campingplatz, sondern im besten und einzigen Hotel in Puente del Inca abgesetzt werden. Da das Wetter inzwischen äußerst schlecht geworden ist und ein Gewitter sein Unwesen treibt, sind wir sehr erleichtert, daß wir das Hotel der Campingplatzvariante vorgezogen haben. Weil der Strom allerdings ausgefallen ist und damit auch kein Wasser im Hotel verfügbar ist, muß die so heiß ersehnte Dusche allerdings noch ein wenig auf sich warten lassen. Als wir aber schon nicht mehr daran glauben wollen, daß das mit dem Duschen noch was wird, bletscherte es auf einmal aus dem Wasserhahn, das Licht geht an und die erste Dusche nach 2 Wochen wird doch noch zur Wirklichkeit. Nach einem guten Abendessen an einem Tisch - was doch eine gewisse Ungewohntheit darstellt - und zwei Büchsen Bier schlafe ich hervorragend in meinem 6 Bett Einzelzimmer ein. | ||||
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| Wegen eines Unfalles verspätet sich der Bus nach Viņa del Mar um eine Stunde und fährt dann noch am Hotel vorbei, so daß unsere Reise ans Meer etwas aufregend beginnt. Zum Glück ist da noch die Grenze, wo wir dann, hingefahren vom Hotlelportie, zum Glück noch zusteigen können. Auch diesmal gibt es wieder die langwierigen Grenzkontrollen, aber dann gehts ohne weitere Probleme erst durch die Anden und dann durch Weinbaugebiete nach Viņa del Mar, wo wir in einem Hotel nahe der Innenstadt absteigen. | ||||
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Dem Charme (hüstel hüstel ...) Viņa del Mars völlig erlegen, besteht der Tag darin Schaufenster zu bewundern und anschließend dem Rummel zu enfliehen, um den botanischen Garten etwas außerhalb des Stadtkerns anzuschauen und dort einfach nur im Rasen zu liegen und von weiteren Abenteuern zu träumen. ![]() Ein Bummel an der Strandpromenade und anschließend ein dickes Steak runden den letzen gemeinsamen Abend ab. | ||||
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Heute heißt es Abschied nehmen. Nachdem mir Stephan und Bettina noch einiges an Ausrüstung aufs Auge gedrückt haben, welche sie für ihre weitere Woche Urlaub in Chile nicht mehr brauchen, fahre ich mit dem Bus und einem verdammt schweren Gepäck nach Santiago, wo ich am Busbahnhof von einem freudig strahlenden Hias mit zwei Büchsen Paulaner (Münchner Brauerei - fast die Hausmarke!) empfangen werde. ![]() Nach der Verabschiedung vom Hias und den üblichen Schwierigkeiten mit der Brennstoffflasche beim Einchecken, besteige ich den Flieger Richtung Miami und lasse Chile mit schwerem Herzen hinter mir. | ||||
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| Da der Schock von Viņa del Mar noch tief sitzt, verspüre ich nicht viel Lust die nächste Strandmetropole dieser Welt zu besichtigen, so daß meine Beschäftigung für lange 9 Stunden im Studium eines Großflughafens besteht. Doch auch diese Stunden gehen vorüber und über Washington geht es dann zurück nach München, ....... | ||||
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![]() ..... wo mich dann ein nettes Empfangskomitee empfängt. |